DOKK-KL Deutsch Ostafrikanischer Kultur Klub

Deutsch Ostafrikanischer Kultur Klub Kaiserslautern e.V.
Mit Ärzteteam aus Südwestpfalz in Kenia PDF Drucken E-Mail
Nachrichten - Verein
  
Donnerstag, 13. März 2014 um 14:58

Aus Deutsch wird Suaheli
Mit Ärzteteam aus Südwestpfalz in Kenia

 
RHEINPFALZ-Mitarbeiter Andreas Petry begleitete die Mediziner und ihre Helfer und berichtete täglich in seinem Tagebuch über sein Eindrücke vor Ort und die Arbeit der Mediziner. 
 
Zum Team gehören:
Horst Brenneis (49, Urologe, Pirmasens), Steffen Nirmaier (50, Chirurg, Rodalben), Heidi Paschen (74, Anästhesistin, Schauerberg), Jürgen Stegner (52, Krankenpfleger für Anästhesie, Kaiserslautern), Sylvia Brenneis (53, Altenpflegerin, Pirmasens), Maren Reisser (39, Krankenhausdirektorin, Bad Aibling), Katharina Wilhelm (20, Ethnologiestudentin, Hamburg), Ulla Zimmermann-Wilhelm (49, medizinische Angestellte, Pirmasens), Chris Dreher (27, Finanzbeamter, Pirmasens)
 
 
 
 
Host Brenneis (links) und Steffen Nirmaier untersuchen den kleinen Joseph. Das Pirmasenser Maskottchen Pilou ist immer dabei.
26. November 2013
 
„Jambo“ statt „Hallo, wie geht’s?“
Seit Sonntag lautet die Amtssprache Suaheli. Bis kommenden Montag ist ein Team um den Pirmasenser Urologen Horst Brenneis, die in Schauerberg lebende Anästhesistin Heidi Paschen und Steffen Nirmaier, Chefarzt der Chirurgie des St. Elisabeth Krankenhauses Rodalben, in ärztlicher Mission in Nairobi, der Hauptstadt Kenias, im dortigen SOS-Kinderdorf Buru-Buru unterwegs. Zusammen mit dem Krankenpfleger für Anästhesie Jürgen Stegner und fünf weiteren Helfern operieren und versorgen sie in der dortigen medizinischen Station Straßenkinder aus den umliegenden Slums, die an Phimose erkrankt sind.
 
„Jambo? Wie geht’s?“ Das waren die Worte von Alex und Carlos am Sonntagmorgen nach der Landung auf dem Flughafen Jomo Kenyatta International. Die beiden warten mit ihren zwei Achtsitzer-Toyota vor dem Ankunftsgate auf unsere Gruppe. Seit 2005 sind sie verlässliche Begleiter, Fahrer und Guides des Teams von Horst Brenneis und verstehen es, sich auf alle Situationen einzustellen. So musste der 39-jährige Alex, der noch ein kleines Reisebüro besitzt, noch einen dritten Kleinbus ordern. Unsere 25 Gepäckstücke zu 23 Kilo (plus Handgepäck) passen zusammen mit dem Team nicht in die beiden Fahrzeuge.
 
Es bleibt Zeit genug, die ersten Eindrücke nach dem langen Flug von Frankfurt über Amsterdam nach Nairobi einzuordnen und sich den Schweiß abzuwischen. Denn die Einreiseformalitäten und Zollkontrollen waren schweißtreibend. Auch weil sich im Gepäck neben Kleider-, Schuh- und Stofftierspenden sowie Süßigkeiten, zahlreiches medizinisches Gerät und gesponserte Medikamente befanden. Aber es ist alles gut gegangen und jetzt sitzen wir im Bus auf dem Weg ins Hotel. Einchecken. Ausruhen. Dann einkaufen im Nakumatt Junction, dem derzeit beliebtesten Einkaufszentrum in Nairobi Downtown. Bei der Einfahrt aufs Gelände wird das Fahrzeug kontrolliert, beim Betreten des Centers ist die Leibesvisitation durch Sicherheitspersonal mit Metalldetektoren Pflicht. Die Nachwirkungen des Attentats im September auf die Einkaufsmall im Stadtteil Westlands sind nicht zu übersehen.
 
Am Montagmorgen beginnt um acht Uhr die Arbeit im SOS-Kinderdorf.
Vor der Medizinstation sitzen in einem Zelt bereits über 50 vorausgewählte kleine Patienten mitihren Begleitpersonen. Manchmal sind dies die Eltern, manchmal die Großeltern oder aber nur Verwandte oder Bekannte,weil die Eltern der Jungs im Alter zwischen sechs und 18 Jahren bereits verstorben sind, die meisten an Aids. Die Räume werden entsprechend hergerichtet. Aus Behandlungszimmern werden ein OP-Raum und ein Aufwachzimmer gezaubert, im wahrsten Sinne des Wortes angesichts der Ausstattung vor Ort. Dann liegt der erste Junge auf dem Untersuchungstisch. Joseph, elf Jahre, wird von Brenneis und Nirmaier untersucht. So wie alle Jungs, die in den kommenden Tagen unters Messer kommen.
 
 
Bericht vom Ärzteeinsatz in Nairobi Buru Buru (23.11. - 2.12.2013) PDF Drucken E-Mail
Nachrichten - Verein
  
Samstag, 14. Dezember 2013 um 13:10

Teilnehmer: 
Heidi Paschen, Horst Brenneis, Steffen Nirmaier, Jürgen Stegner, Silvia Brenneis,Chris Dreher, Maren Reisser, Ulla Wilhelm, Katharina Wilhelm, Andreas Petry.

 

Abreise Samstag Vormittag nach getaner Wochenarbeit.
Abflug von Frankfurt via Amsterdam nach Nairobi mit 23 Säcken Gepäck!
Die Fluglinie KLM hatte uns zusätzliche 5 Gepäckstücke mitnehmen lassen ohne Aufpreis.

 

Sonntagmorgen Ankunft in Nairobi - Himmel diesig, aber warm.
Unsere Chauffeure Alex und Carlos erwarten uns am Flughafen.
Obwohl 2 kleine Busse bereitstehen reicht der Raum nicht für uns und das Gepäck, deshalb muss ein weiteres Fahrzeug gemietet werden.
Dann geht’s auf ins Hotel La Mada, das diesmal näher am Medical Center des SOS Childresnvillage Buru Buru liegt und trotzdem für Europäer als sicher gilt. Unsere Unterkunft ist schön und wir haben dort alles was wir brauchen, um an den anschließenden Tagen mit voller Kraft arbeiten zu können.
Abends gibt’s ein Treffen mit Kollegen George und seiner Familie. Ein freudiges Wiedersehen beim „Inder“- einem indischen Restaurant mit vielen scharfen Gerichten.

 

Montagmorgen geht’s ins Medical Center.
Wir werden erwartet, aber nichts ist für uns vorbereitet. Leider ist unser Freund George Taitumu nicht mehr dort beschäftigt, denn er hatte immer schon die Räume in denen wir arbeiten würden etwas für uns vorbereitet. Die neue Kollegin Frau Angela räumt nur unwillig ihr Sprechzimmer, überlässt es uns dann aber doch für eine ganze Woche. Da wir bei diesem Einsatz erstmals viele Teilnehmer sind, können unter der Anleitung der alten Crew mit den vielen Händen rasch aus dem Sprechzimmer einen Operationsraum herrichten. Der alte OP Tisch, die mobile OP Lampe, das Narkosegerät, der Instrumententisch sind bis zum frühen Nachmittag eingerichtet und saubergewischt. Im zweiten Raum, den wir als Aufwachraum benutzen, werden rasch drei Untersuchungsliegen aufgestellt, der Papierkram bereitgestellt, das Hörrohr ausgepackt und mit der Voruntersuchung der zu operierenden Kinder begonnen. Die beiden mitgereisten Operateure und ich als Anästhesistin untersuchen alle wartenden Kinder und legen die Operationstermine fest. Nur wenige müssen auf später verschoben werden, weil die notwendige Operation unter den gegebenen Bedingungen noch nicht durchgeführt werden kann. Gegen 16 Uhr haben wir drei Ärzte 58 Kinder untersucht, mit den Angehörigen – sofern welche dabei sind – das Vorgehen und den Termin besprochen. Und dann machen wir uns an die ersten Operationen. Drei Kinder sind nüchtern und in Begleitung gekommen und können deshalb sofort operiert werden.Sie haben es hinter sich gebracht und wir haben unseren Arbeitsrhythmus gefunden.
Es ist schon dunkel als wir alle das Medical Center verlassen.
Damit die neu mitgekommenen Helfer auch noch etwas sehen, fahren wir zum Abendbrot ins Safari Club Hotel – eine Traumwelt voller Luxus – ein krasser Kontrast zu unserem Arbeitsumfeld.

 

Dienstagmorgen – es geht richtig los!
Wir können nach kurzer Fahrzeit früh starten. 16 Kinder stehen auf unserem OP Plan. Wir können zügig arbeiten. Im Aufwachraum werden die Kinder gut betreut und unser Sterilisationsteam kann sich ganz und gar auf die Instrumentenaufarbeitung konzentrieren. Alles läuft gut Hand in Hand. Aber als wir abends gegen 20.30 unsere Arbeit beenden, sind wir total erschöpft.
So ziehen wir uns in unsere Unterkunft zurück, genehmigen uns noch eine Runde Pommes frites und ein Bierchen und freuen uns über unser bereit stehendes Bett.

 

Mittwoch beginnt so zügig wie am Vortag.
15 Operationen und zwischendurch Nachschau bei den am Vortag operierten Kindern - aber alles läuft gut.
Abends im nahe gelegenen Einkaufszentrum noch ein Stück Pizza und wieder geht’s zurück zum Kraftschöpfen.
Da es in unserem Hotel eine Veranda gibt, auf der man gemütlich im Sessel sitzen kann und dabei auch noch ein Getränk genießen kann sitzen wir alle noch ein bisschen zusammen, um das Erlebte zu diskutieren.

 

Donnerstag wird noch einmal ein Kraftakt!
Wieder stehen 15 Kinder auf dem Programm. Am Abend stellen wir fest, dass alle Skalpelle, die wir mitgebracht haben aufgebraucht sind. Dass wir kaum noch Material haben, um die Instrumente im Sterilisator keimfrei zu machen, dass wir von 50 mitgebrachten Rückschlagventilen für die intravenösen Injektionen nur noch ein einziges übrig haben ! Dass alle Kittel und frische Unterwäsche für die Kinder aufgebraucht sind – dass wir diesmal einfach nicht mehr Operationen durchführen können.
Eines der operierten Kinder stammt aus dem SOS Childrensvillage und zwar aus dem Haus, das wir schon seit Jahren besuchen. Auch verbindet uns eine herzliche Freundschaft mit der dort wirkenden Kinderdorfmutter. So hat sie uns alle zum Abendessen eingeladen. Und wir genießen afrikanische Gerichte. Kartoffeln mit Erbsen, Kochbananen, Lammfleisch – etwas ganz seltenes für die Kinder – grüne Bohnen und Karotten. Alles gut gegart, damit wir nicht krank werden davon.

 

Der Freitag ist für die Nachsorge vorgesehen.
Alle Verbände werden überprüft, Nachblutungen ausgeschlossen, die weitere Betreuung durch die SOS Kollegin besprochen und schließlich werden alle Geräte wieder abgebaut und sicher verstaut.
Am Nachmittag verabschieden wir uns unter Tränen von unseren afrikanischen Freunden im SOS Kinderdorf und Medical Center.
Danach geht’s auf die Straße um Nairobi etwas zu erkunden und in den Stadtteil Karem wo der Film „Jenseits von Afrika“ nach dem gleichnamigen Roman von Tanja Blixen entstanden ist. Eine wunderschöne Gegend mit herrlichen Häusern, alle mit Elektrozaun versehen und von Securitymännern bewacht. Gefangene im Paradies. Den Abend lassen wir im Coffeehouse -einem Restaurant dort – ausklingen.

 

Samstag und Sonntag geht’s mit Alex und Carlos zum Mt. Kenya – dem heiligen Berg der Kenianer – herrliche afrikanische Landschaft mit Mango- Avocado- Bäumen und gigantischen Ananasfeldern. Viele Bananenstauden, Gemüsefelder aller Art sehen wir. Kurz vor unserem Ziel – einem Camp im Wildpark Sweetwater – überqueren wir ganz bewusst den Äquator. Ein tolles Gefühl.

Am Sonntagabend fliegen die ersten unseres Teams zurück und die übrigen Mitreisenden starten zurück am Montag.

 

Es war ein sehr erfolgreicher Arbeitseinsatz in Nairobi – und obwohl unsere Freude am Anfang etwas getrübt wurde durch die undurchsichtigen Machenschaften der kenianischen Partner – das Afrikafieber hat uns wieder voll erfasst!
Man muss hinfahren und die Menschen kennenlernen, um sich eine Vorstellung vom Leben und den Vorgängen dort zu machen, um Afrika und die Afrikaner ein bisschen besser zu verstehen...

 

 
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